THEMA: Was ist Roblox?
- OJA Fachstelle Digitalität
- vor 58 Minuten
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Auf was sollte man in der Jugendarbeit achten, wenn Jugendliche Roblox spielen?
4.1 Was ist Roblox (und andere Plattformen)?

Roblox ist eine Online-Videospielplattform, auf der den Großteil der Inhalte Benutzer*innen erstellen. Sie können mit einfachen Tools Spiele gestalten und für die Community veröffentlichen. Diese lassen sich dann allein oder gemeinsam online über ein Smartphone, eine Videospielkonsole, ein Tablet oder einem PC/Laptop spielen. Auf der Plattform gibt es inzwischen über 40 Millionen Spiele, welche täglich im Schnitt von 144 Millionen Spielende gespielt werden. Davon waren fast 60 % unter 16 Jahre alt. Damit machte der Konzern im Jahr 2025 einen Umsatz von 4,9 Milliarden Dollar. Für 2026 rechnet man mit einer nahezu Verdopplung. Jedoch wird Roblox kaum als «Metaverse» genutzt (ein virtueller Ort, in dem sich Menschen treffen können). Ursprünglich war dies als wichtige Funktion gedacht.
Die aktuell beliebtesten Spielformate sind "Steal a Brainrot" und "Grow a Garden" oder was laut SRF auch beliebt ist, sind Spiele wo man Tiere adoptiert.
Jedoch ist auch wichtig zu erwähnen, dass Roblox die bekannteste von diversen Spieleplattformen ist (Weil alle in der Community Spiele erstellen können). Ein Elternblog aus Deutschland (Medienzeit) listet im Oktober 20 weitere ähnliche Spiele-Plattformen wie poki, creazygames, y8, melonplayground etc. auf. Diese werden unter der Überschrift "Browserseiten, die Eltern kennen und besser sperren sollten" aufgelistet. Der Grund ist, dass diese Plattformen auf Aufmerksamkeit und Klicks zielen, ungeachtet davon, wie verstörend der Inhalt ist.
4.2 Handhabung in der Jugendarbeit
Wo hat die Offene Jugendarbeit die Möglichkeit im Umgang mit Roblox (und anderen Spielen) auf Jugendlichen einzuwirken? Die wichtigsten drei Punkte sind:
Nur Games spielen lassen, welche bezüglich Jugendschutzes für die Zielgruppe zugelassen sind. Dies ist bei Roblox (unter Aufsicht) grundsätzlich möglich, da die USK-Freigabe ab 16 Jahren nur in Deutschland bindend ist.
Mittels wertfreier, offener Fragen können Jugendliche zur Reflexion angeregt werden. Beispielsweise indem man sich von ihnen erklären lässt, wie ein Spiel funktioniert und was sie daran fasziniert.
Es lohnt sich ausserdem mit ihnen bezüglich der (kritischen) Inhalte wie Gewalt, Radikalismus, Spielzeitlänge oder finanziellen Themen in einen produktiven Austausch zu gehen, um sie auf die diversen Gefahren zu sensibilisieren.
Grundsätzlich empfiehlt sich ausserdem:
Gemeinsam mit Jugendlichen spielen. Einerseits, um ein Gefühl für das Spiel zu bekommen, andererseits ermöglicht das Spielen interessante „Nebenbei“-Gespräche zu diversen Themen.
Es sollte kein Jugend-Account auf die Jugendinstitution eingerichtet werden.
Jugendliche Roblox nicht unbeaufsichtigt spielen lassen. Sie daran erinnern, sich nach dem Spielen wieder auszuloggen.
Das Gamen in Jugendtreffs als gemeinsame, soziale Aktivität gestalten. Sprich Jugendliche sollte nicht allein, sondern gemeinsam spielen.
Die Regeln (Spielzeiten, Räume, wer wie lange etc.) mit Jugendlichen gemeinsam festlegen.
Alternative Angebote anbieten. Auch dort Jugendliche in die Gestaltung miteinbinden.
Die Verantwortung rund um das elektronische Spielen, wie das Aufstellen und Anschließen der Technik, das Installieren der Games und das allgemeine Instandhalten der Spielinfrastruktur, möglichst Jugendlichen übergeben.
Roblox in der Offenen Jugendarbeit nutzen:
Beliebt ist Roblox da man in vielfältige Welten eintauchen kann, eine eigene Spielidee umsetzen und sich auf der Plattform mit anderen austauschen kann. In diesem Video wird beispielsweise gezeigt, wie man eine Welt im Roblox Studio erstellt. Der Medienpädagogik-Praxis-Blog zeigt, wie sich dies in einem Projekt in der Jugendarbeit umsetzen lässt. Aus der Erfahrung im Jugendtreff werden die Spiele jedoch oft eher allein (mit anderen online) und am Handy gespielt.
Weitere Tipps zur Handhabung von Games in der Offenen Jugendarbeit findet man im Leitfaden von GameInfo. Einen vertieften Test von Roblox durch Jugendlichen, kann man auf spieleratgeber-nrw.de nachlesen.
4.3 Altersfreigabe

Die deutsche USK hat Roblox vor kurzem „Ab 16 Jahre“ eingestuft. Dies gegenüber PEGI welche das Spiel ursprünglich ab 7 Jahre und nun ohne Alter als „Parental Guidance Recommended“ (Elterliche Begleitung empfohlen) einstuft. Dies primär, weil die Plattform nutzer*innengenerierte Inhalte anbietet. Theoretisch müssten Eltern einer Erstellung des Kontos zustimmen. Faktisch kann man jedoch ohne Probleme ein Konto ohne Emailadresse mit Altersangabe unter 12 Jahren erstellen.
4.4 Herausfordernde Themen
Auch wenn die Plattform auf den ersten Blick an Kinder und Jugendliche gerichtet scheint, gibt es, wie ein Bericht von MDR zeigt, diverse heikle Themen im Zusammenhang mit der vermeintlichen Zielgruppe.

# Während dem Spielen springen Popup-Fenster/Hinweise mit Angeboten für Robux-Pakete oder Premium-Abonnements auf, die zum schnellen Kauf verleiten wollen. Dabei beinhaltet die Plattform toxischen Mechanismen (Dark Pattern), welche dazu verleiten mehr Geld auszugeben. So lässt sich's für die Ausstattung für seine Spielfigur – sogenannte Skins –, Gegenstände oder auch Upgrades für das Spiel kaufen. Auch beinhaltet es glückspiel-ähnliche Mechanismen wie Lootboxen (zufällige virtuelle Gegenstände). Theoretisch könnten Nutzer*innen mit selbst erstellten Spielen Geld verdienen. Faktisch fliesst jedoch das Geld hauptsächlich an Roblox.
# Roblox arbeitet allgemein permanent an Mechanismen um Kinder und Jugendliche länger im Spiel zu behalten (wie viele andere Spiele-Hersteller*innen auch).
# Viele Spiele auf Roblox beinhalten kritische Inhalte. Bei genauerer Betrachtung kindlicher Games fällt auf, dass sich mitunter sehr heikle Inhalte eingeschlichen haben. Gewalt und Horror, Freizügigkeit sowie politische und radikale Symbolik – insbesondere rechtsextremistische – werden in manchen Spielen verbreitet, manchmal ganz offen, manchmal eher subtil.
Es gibt zwar Filter und Content Manager, die problematische Wörter und Inhalte in den Spielen erkennen und sperren sollen. Es kann aber trotzdem passieren, dass unangebrachte Inhalte durchsickern.
# In den Spielen gibt es Sprechchats um sich mit Freund*innen aber auch mit Fremden unterhalten zu können. So besteht die Gefahr für Cybergrooming. Besonders ungefilterte Chatfunktionen und offene Spielgruppen werden von Täter*innen genutzt, um mit jungen Spieler*innen Kontakt aufzunehmen, ihr Vertrauen zu gewinnen und sie zu Gesprächen außerhalb der Plattform zu überreden.
Grundsätzlich können Erwachsene den Chat via Roblox-Konto mit "Elternrechten", komplett blocken: Einstellungen -> Datenschutz und... -> Kommunikation -> Experience-Chat: Beide Checkboxen auf "Aus". Um auf den Chat zuzugreifen, muss man mittlerweile via Kamera eine Altersverifizierung durchlaufen. Dazu bietet das Spiel eine sogenannte „Trusted Connections“-Funktion (zu Deutsch: „Vertrauenswürdige Verbindungen“). Diese sieht vor, dass sich Nutzer*innen ab 13 Jahren künftig gegenseitig als vertrauenswürdig einstufen können (darunter ists nicht möglich und U18 mit Ü18 benötigt einen QR-Code). Zwischen diesen Kontakten wird die Kommunikation per Text- und Sprachchat dann nicht mehr gefiltert (Schimpfwörter, Weitergabe Links, Handynummer etc.), wie es auf der Plattform sonst üblich ist. Was man jedoch weiterhin kann, ist, sich über „Connections” mit Freunden oder unbekannten Spielern zu verknüpfen, um gemeinsam zu spielen.
4.5 Webseiten mit (pädagogischen) Infos zu Spielen
Auf folgenden Webseiten gibt es Inhalte und Empfehlungen zu elektronischen Spielen und Apps:
Pädagogische Infos
Infos allgemein
Infos zum Jugendschutz
Gamer*innen beim Spielen zuschauen
www.youtube.com ...how to play "Game"
Bildquelle: Eigene Screenshots von der Roblox-Plattform